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SWR-Gedanken

(kopiert aus http://www.kirche-im-swr.de/Gedanken/swr3gedanken.htm)

Freitag, 16. August 2002

UNTreue

Ein richtiger Blickfang war dieses Kinoplakat. UNTreue stand darauf geschrieben. Ein Wort – zwei Welten. Getrennt nicht nur durch die Schreibweise. Das UN groß und die Treue klein geschrieben. Darüber ein besorgt dreinschauender Richard Gere. Am besten aber der Untertitel: „Wie weit kann man gehen ohne zu weit zu gehen.“ Superwortspiel, Superthema, Superschwierig. Wenn man Sprüche kennt wie: „Treue ist nur ein Mangel an Gelegenheit“. Aber wenn man nun diese Gelegenheit hat: zur Untreue... Was tun? Was tun, wenn alles stimmt in der Ehe oder der Beziehung und trotzdem verliebt man sich? „Wie weit kann man gehen ohne zu weit zu gehen?“ Manche setzen die Grenze in der Toleranz des Partners andere in der Organisation von Mehrfachbeziehungen. Es gibt kein Patentrezept für die Grenzen in Beziehungen. Die setzen allein die Partner. Es gibt aber ein paar Koordinaten die helfen können dass, wenn es nun mal passiert und ein Dritter oder eine Dritte ins Spiel kommt, es so menschlich wie möglich bleibt. Dazu gehört die Transparenz. Jemanden zu lange in Unwissenheit zu halten entwürdigt ihn. Ganz wichtig auch die Frage, wie sehr leidet der bisherige Partner? In welchem Verhältnis steht mein Genuss, mein Glück zu seinem Schmerz zu seinem Unglück? Und was setz’ ich aufs Spiel? Meine stabile, langjährige Beziehung? Die Beziehung eines anderen Paares? Eine Familie? Und schließlich: wann kommt es zu einer Entscheidung? Denn dauernde Unsicherheit ist eine Qual - für alle Beteiligten.

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letzte Änderung: 07.Feb 2005

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